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DFB Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG Postfach 141 CH-6490 Andermatt |
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Pressebericht August 2000 Dampfbahn am Rhonegletscher eröffnet ! |
| Unter lautem Pfeiffen erreichten am 14. Juli 2000 die ersten beiden Dampf-Reisezüge die Hotelsiedlung Gletsch und den Rhonegletscher. Fast zwanzig Jahre nach der Stilllegung ging damit ein grosser Wunsch der Eisenbahnfreunde in Erfüllung. Rund 12,9 Kilometer der insgesamt 17,7 km langen Furka-Bergstrecke zwischen Realp (Uri) und Oberwald (Wallis) werden nun endlich wieder mit Nostalgiezügen befahren. Der noch fehlende Abschnitt der Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) soll bis im Jahr 2006 fertiggestellt sein. |
| Der Endspurt Die Aufarbeitung des Streckenabschnittes zwischen Furka und Gletsch erforderte nochmals alle Kraftreserven. Glücklicherweise ermöglichten geringe Schneemassen einen ungewöhnlich frühen Arbeitsbeginn an den bis 2160 m hoch gelegenen Baustellen. So erhielt der Furka-Scheiteltunnel auf der Walliser Seite bereits Mitte Mai den notwendigen Strassenanschluss, womit die Spezialfirma ihre Sanierungsarbeiten im Tunnel plangemäss aufnehmen konnte. Da der 1874 m lange Durchstich in dieser Zeit nicht befahren werden konnte, waren im Interesse des rechtzeitigen Baufortschrittes ungewöhnliche Massnahmen nötig. In einer Grossaktion liess die DFB das Baumaterial mit Lastwagen via St.Gotthard-Strassentunnel, Nufenenpass und Gletsch nach Muttbach-Belvédère transportieren. Die Verantwortlichen liessen sich auch durch den Totalausfall der Diesellok HGm 51 nicht entmutigen, die mit einem Getriebeschaden längere Zeit ausser Dienst bleiben wird. Ihre Traktionseinsätze übernahm kurzfristig die neurevidierte Dampflok HG 2/3 Nr. 6 Weisshorn. Dank idealer Witterung gelang das Schottern und Krampen des Streckengleises zwischen Muttbach-Belvédère und Gletsch in geplanter Weise. Auch die neuverlegten Weichen in diesen beiden Bahnhöfen konnten rechtzeitig angeschlossen werden. Die ebenfalls pünktlich fertiggestellte Sicherungsanlage ermöglicht inskünftig den signalmässigen Zugverkehr im Scheiteltunnel. Eine erste Begehung mit Kontrollbeamten der Aufsichtsbehörde förderte Ende Juni letzte Mängel zu Tage. So mussten bei Muttbach-Belvédère kurzfristig über 200 m Gleis zwischen Haltestelle und Strassenübergang erneuert werden. Die dort verlegten Schienen und Zahnstangen trugen noch die Jahreszahl der Eröffnung (1914). Eine flinke Equipe wechselte sie innert zweier Tage durch neuwertiges Material aus. Die offizielle Kollaudation erfolgte am 12. Juli 2000. Die Experten des Bundesamtes für Verkehr waren positiv überrascht, in welch gutem Zustand sich ihnen die mehrheitlich im Frondienst aufgearbeiteten Anlagen und Fahrzeuge präsentierten. Nach ausgedehnten Tests und Kontrollen erhielt die DFB schliesslich die langersehnte Bewilligung zum Betrieb von der Station Furka (2160 m ü.M.) via Scheiteltunnel und Muttbach-Belvédère (2118 m) nach Gletsch (1759 m). |
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Rollmaterial bereit? Nach einer umfangreichen Revision konnte die Lok HG 3/4 Nr. 1 am 5. Juli erstmals unter Dampf gesetzt werden. Sie übernahm sofort wichtige Versorgungsfahrten und half bei den Vollendungsarbeiten auf der Walliser Seite. Hingegen gelang die rechtzeitige Fertigstellung der Lok HG 3/4 Nr. 9 nicht mehr. Nach Abschluss der Totalrevision wird sie erst im September in vollem Betriebseinsatz erwartet. Ihre Aufgaben übernimmt bis dahin die HG 2/3 Nr. 6, welche allfällige Zusatzzüge und Sonderfahrten mit verkürzter Komposition bewältigen wird. Weiteren Zuwachs erhielt auch der Wagenpark: Pünktlich konnte der von den Aargauer Dampfbahnfreunden restaurierte Reisezugwagen B 4253 (ehemals SBB-Brünigbahn) in Dienst gestellt werden. Damit stehen dem Personenverkehr nun 4 vierachsige und 6 zweiachsige Fahrzeuge zur Verfügung. |
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Eröffnungswochenende im
Dauerregen Schlechtes Wetter beeinträchtigte die offizielle Wiedereröffnung am 14. Juli. Zwei mit den Loks HG 3/4 Nr. 1 Furkahorn und HG 2/3 Nr. 6 Weisshorn geführte Züge brachten die Ehrengäste und rund 150 zahlende Passagiere von Realp nach Gletsch, wo sie mit Blasmusik empfangen wurden. An zwei Seilen zogen dann die beiden Walliser Staatsräte Wilhelm Schnyder und Jean-Jacques Rey-Bellet sowie der Urner Landammann Martin Furrer den ersten Zug symbolisch in den Bahnhof Gletsch, wo Generalvikar Josef Zimmermann (in Vertretung des Bischofs) die Einsegnung vornahm. Damit wurden die neue Strecke, die DFB-Fahrzeuge und das Personal unter den Schutz Gottes gestellt. Die frohgelaunte Festgemeinde begab sich anschliessend zum Mittagessen ins Hotel Glacier du Rhône. Die unfreundliche Witterung konnte der Stimmung der angereisten Gäste nichts anhaben, obschon das Festprogramm in Gletsch aufgrund des heftigen Dauerregens und des kühlen Windes auf die wichtigsten Veranstaltungen reduziert werden musste. Wer eine Übernachtungsmöglichkeit in der Region besorgt hatte, sicherte sich abends einen Sitzplatz in der Sporthalle Oberwald. Dort fanden sich am Freitag und Samstag die aus ganz Europa angereisten Dampfbahnfreunde mit den Einheimischen zu Speis und Trank sowie zu unterschiedlichen Musikdarbietungen zusammen. Am Samstag und Sonntag brachten weitere Sonderzüge insgesamt 350 Dampfbahnbegeisterte von Realp nach Gletsch (und/oder zurück). Die Fahrgäste des Eröffnungswochenendes erhielten eine persönliche, nummerierte Erinnerungsurkunde und ein Weingeschenk. |
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Generalversammlung und
Gottesdienst Am Samstagmorgen trafen sich die zahlreich angereisten Aktionäre an der Generalversammlung der Dampfbahn Furka-Bergstrecke in Oberwald. Die Geschäftsleitung informierte ausführlich über die Ausbauarbeiten Realp - Gletsch. Sie stellte die Fertigstellung der Reststrecke Gletsch - Oberwald bis ins Jahr 2006 in Aussicht. Zur Finanzierung dieses neuen Zieles sind grosse Anstrengungen nötig. Man hofft auch weiterhin auf die Unterstützung der Dampfbahnfreunde in aller Welt, die der DFB auch in Zukunft mit Spenden und der eigenen Arbeitskraft helfen müssen. Mindestens 300 Personen nahmen am Sonntag am ökumenischen Gottesdienst in Oberwald teil, der das Jagdhornbläserkorps Stuttgart mit der Hubertusmesse musikalisch umrahmte. Das begeisterte Publikum verlangte sogar eine Zugabe, was in der 26-jährigen Vereinsgeschichte der Bläserformation als Premiere bezeichnet wurde. Die DFB lud die aktiven Mitglieder des Fördervereins am 17. Juli zu einem Mitarbeiter-Tag ein. Nach einer Dampffahrt von Realp nach Gletsch trafen sich rund 200 Personen zu einer Grillparty vor dem Hotel Glacier du Rhône. Stellvertretend für alle Personen, die bisher mit rund 180000 Frondienststunden den Wiederaufbau der Furka-Bergstrecke ermöglicht haben, durften die Anwesenden den Dank der Geschäftsleitung entgegennehmen. Prächtiges Wetter honorierte die grosse Arbeit der geladenen Mitarbeiter/innen, die dann auf der Rückfahrt nach Realp die technisch kühnen Gleisanlagen und die Naturschönheiten an der Strecke als Passagier/in bei schönstem Sonnenschein bewundern durften. |
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Dampfbahn Furka-Bergstrecke
AG Postfach 141, CH-6490 Andermatt |
| Copyright: DFB/Ms. -- 20.07.2000 |
| 04.02.2012 DFB AG / www.furka-bergstrecke.ch/ger/media/chronik/b0002pm.php |


