DFB Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG
Postfach 141
CH-6490 Andermatt
+41 41 888 00 40
+41  848 000 144

 
NACHRICHT  <>  NEWS  <>  NOUVELLE  <>  INFORMATION  <>  NOTIZIA  <>  INFUORMAZIUN
 
Furka-Bergstrecke ist wieder hergestellt

Mit einem offiziellen Festakt, Pionier- und Gästezügen ist am 12. August 2010 die Fertigstellung des Abschnitts Gletsch-Oberwald gefeiert worden. Die Neubelebung der ganzen Furka-Bergstrecke wurde vom 13. bis 15. August mit einem grossen Markt in Gletsch als touristische Errungenschaft für die weitere Gotthardregion gewürdigt.

Menschen und Visionen

„Es braucht eine Vision, die über das Heute und das Wahrscheinliche hinausgeht“, skizzierte der Briger Pfarrer Reinhard Frische den Ausgangspunkt für die Wiederherstellung der Bergstrecke. Wo es mehrere engagierte Pioniere gab, lässt sich nach VFB-Präsident Robert Frech ein Urheber der Rettungsaktion für die Bergstrecke finden: Dieter Stumpf. Dass Peter Schwarzenbach als Ehrenzugführer die Fahrt der Pioniere begleitete, und dass Martin Horath und Jakob Knöpfel die festlich geschmückte Lokomotive fuhren, war ebenso wenig Zufall wie Bruno Rüttis Aktion „Glockengeläute“ in Oberwald. Mit Ernst Meier, Jahrgang 1925 (wie Steffenbachbrücke), durfte der älteste aktive Froni den Eröffnungstag mitfeiern. Die namentlich Erwähnten stehen für die vielen, welche Verbündete suchten, Mitarbeitende und Mitfinanzierende verpflichteten, sich immer wieder zusammenrauften und als internationale Gemeinschaft das Unmögliche möglich machten.

Regionen und Partner

Staatsratspräsident Jean-Michel Cina versicherte, dass der Kanton Wallis zum grossen Werk der Frondienstleistenden steht. Nach dem Urner Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann wachsen dank Wiederherstellung der Bergstrecke touristische Aufmerksamkeit und Wertschöpfung an der Furka. Er meinte: „Schönheit allein lässt sich nicht mehr vermarkten, es braucht Besonderheiten wie die Dampfbahn Furka-Bergstrecke eine ist.“

Die Dampfbahn pflegt Partnerschaften mit der weiteren Tourismusregion und mit den anderen Verkehrsträgern. Engste Partnerin ist die Matterhorn Gotthard Bahn, zu der es Anschlusspunkte in Realp und Oberwald gibt. Deren Direktor, Hans-Rudolf Mooser, schenkte der Dampfbahn zur grossen Freude der Festgemeinde die Lokomotive HG3/4 FO4. Die 97-jährige Maschine war von der DFB in 18'000 Frondienststunden erneuert und seither als Leihgabe auf der Bergstrecke eingesetzt worden.

Verkehrsgeschichte und Technik

Gletsch mit den Passstrassen und der Schienenverbindung wurde vom Präsidenten der Gemeinde Obergoms, Christian Imsand, als historischer Knotenpunkt für Reise- und Warenverkehr gewürdigt.

Geschäftsführer Peter Bernhard erinnerte an den Start der Furka-Disentis-Bahn 1914, an die Gründung der Furka-Oberalp-Bahn 1926, an die Einführung des Glacier-Express 1930, an die Elektrifizierung 1942 und an die Eröffnung des Basistunnels 1982. Visionäre verhinderten den Abbruch der Bergstrecke. Mit der Gründung des Vereins 1983 und der Betriebsgesellschaft 1985 wurde die Wiederherstellung der einmaligen Bahn in den Zentralalpen eingeleitet. 1992 fuhren die Züge von Realp bis Tiefenbach, 1993 bis Furka und 2000 bis Gletsch. Ebenso wichtig wie die Instandstellung der Strecke war die Beschaffung von Rollmaterial. Nebst Ankäufen und Schenkungen in der Schweiz ist an die spektakuläre Aktion „Back to Switzerland“ zu erinnern, bei der Lokomotiven aus Vietnam heimgeholt und nachher wieder fahrtüchtig gemacht wurden. Die Strecke mit vielen Kunstbauten und der spektakulären Strassenquerung absenkbarer Zahnstange ist auf 17,8 Kilometer angewachsen. Sie und den laufend vergrösserten Fahrzeugpark zu unterhalten und zu betreiben, ist Aufgabe der Pioniere von heute und morgen.

Politik und Verantwortung

Auf Betreiben des damaligen Aargauer Nationalrates Silvio Bircher konnte das Konzessionsgesuch 1989 im Stände- und 1990 im Nationalrat durchgebracht werden. Zu den ersten Gratulanten hatte Verkehrsminister Adolf Ogi gehört. Ihm kam denn auch – zusammen mit den Brüdern Manfred und Walter Willi – die Ehre zu, das symbolische Band zu durchschneiden. Altbundesrat Ogi hielt keine Rede, doch seine Tuchfühlung mit den Furka-Leuten wurde genauso geschätzt. Ebenso beachtet wurde das Schreiben des heutigen Verkehrsministers, Bundesrat Moritz Leuenberger, in dem die Freiwilligenarbeit auf der Strecke und in den Werkstätten gelobt wird: „In der heutigen Zeit, in der für viele von uns das persönliche Wohl im Vordergrund steht, in der wir aufgrund der Wirtschaftskrise um den Arbeitsplatz und die Existenz bangen müssen, ist dieser beispiellose Einsatz an Freiwilligenarbeit besonders wichtig.“

Von Freude, Dankbarkeit und Verantwortungsbewusstsein waren an der von OK-Präsident Paul Güdel moderierten Feier auch die Worte von Verwaltungsratspräsident Oskar Laubi und Stiftungsratspräsident Peter Riedwyl geprägt.

Passquerend und Kurzstrecke

An den Eröffnungstagen wurden nicht nur die passquerenden Züge zwi-schen Realp und Oberwald geführt, sondern zusätzliche Fahrten zwischen Oberwald und Gletsch angeboten. Dabei kamen die Lokomotiven HG2/3 „Weisshorn“ und die ölgefeuerte Schwester „Breithorn“ zum Einsatz. Ausserdem bot PostAuto Pendelverbindungen an, die es erlaubten, den Markt in Gletsch zu geniessen, eine Wanderung im Gletschboden zu unternehmen oder die von der Stiftung Revita wieder hergestellten Kleinkraftwerke zu bewundern.

Hansueli Fischer

Robert Frech Peter Schwarzenbach Bruno Rütti Jean-Michel Cina Hans-Rudolf Mooser Peter Bernhard Walter Willi, Alt-BR Adolf Ogi, Manfred Willi Paul Güdel Peter Riedwyl Pfarrer bei der Streckeneinsegnung Dieter Stumpf Jakob Knöpfel und Martin Horath Ernst Meier Isidor Baumann Christian Imsand Silvio Bircher Bundesrat Moritz Leuenberger Oskar Laubi
zur News-Übersicht
Stationstafel Oberwald
Der Eröffnungszug verlässt Oberwald
Die MGBahn hat uns heute die Lok B.F.D.4 geschenkt
 
 
23.02.2012 DFB AG  /  www.furka-bergstrecke.ch/ger/media/news/100816_feier_oberwald.php