Das Unwetterereignis
Ab Samstag 8. Okt. bis Sonntag, 9. Okt. 2011 kam es in den Alpenregionen ab einer Höhe von ca. 1'100 m zu massiven Schneefällen. Nach einem Wärmeeinbruch
Sonntagnacht gingen am Montag, 10. Oktober über den Alpenregionen heftige und
andauernde Regenfälle bis ca. 2'500 m nieder. Der massive Regen und die vorhandenen
Schneemengen führten zu grossen Wasserabflüssen und in steilen Regionen zu
Murgängen und Sturzbächen, welche auch der Furka-Bergstrecke an mehreren Stellen auf Walliser und Urner Seite grossen Schaden zugefügt haben.
Schadenstellen zwischen Oberwald und Gletsch (Walliser Seite)
Während auf dem Abschnitt Gletsch-Muttbach keine nennenswerten Schäden auszumachen waren, zeigte die Begehung des bekannterweise exponierten Zweikilometerstückes vom Lammenviadukt bis zur Rottenbrücke
(km 42.800 bis km 44.700) 26 Schadenstellen auf. Das Wichtigste in Kürze:
- Unterspülung Gleis, teilweise ganze Breite und bis zu 60 cm tief und Schotterflanken
weggespült auf ca. 400 Meter Länge; neu einschottern und Gleis stopfen.
- Viel Vegetationsmaterial auf Gleis gespült.
- Zwei Durchlässe mit Geröllmaterial aufgefüllt.
- Entwässerungsgräben auf ca. 200 m Länge aufgefüllt
- Randmauer zwischen Entwässerungsgraben und Gleis auf ca. 150 m Länge zerstört.
- Etwa 400 m³ grosser Murgang über Gleistrasse, auf 50 m Länge, bis 1.50 m hoch.
- Talseitiger Hangrutsch auf ca. 10 m Länge bis zur Rotte; Gleis ist nicht mehr
gesichert; neues aufwändiges Stützwerk notwendig.
- Wasserfassung 2: Bachlauf oberhalb Gleis völlig zerstört.
Es gibt auch gute Nachrichten:
Ein grosser Teil der Wassergräben und der Durchlässe haben die grossen Wassermengen ohne Schadenanrichtung aufgenommen.
Danke an alle Mitarbeiter, welche die Gräben in letzter Zeit unterhalten haben!
Schadenstellen auf der Urner Seite
Ein weiteres Unwetterereignis ereignete sich zwischen
Furka und Tiefenbach bei km 52.780, etwa 250 m oberhalb der Sidelenbrücke.
Ein gewaltiger Murgang löste sich auf 23 Meter Länge direkt bei der talseitigen Schiene
und ging bis zur rund 250 Meter entferneten Reuss nieder. Das fehlende Material im Bahndammbereich
beträgt ca. 500 m³. Die Abrisskante auf rund 23 Meter Länge fällt ab talseitiger
Schiene 2 Meter tief senkrecht ab.
Das Gleis ist hier für kein Schienenfahrzeug mehr befahrbar! Der Ort ist zudem bis nach der Schneeräumung im Mai 2012 nur zu Fuss oder aus der Luft erreichbar.
Schadenmässig weniger dramatisch, aber dennoch ein eindrücklicher Anblick:
Zwischen den Senntumstafeltunnels II und III liegt ein 2-3 m³ grosser Steinblock mitten auf dem Gleis.
Beurteilung der Streckenschäden
Nach ersten Schätzungen dauern die Instandstellungsarbeiten bei optimalem Ablauf mindestens 8 bis
10 Wochen bei einem finanziellen Aufwand von mindestens 500'000 CHF.
Bei Einbezug externer Unternehmen, was angesichts des heute noch nicht abschätzbaren Winterverlaufes und der bis zur geplanten Saisoneröffnung meist kurzen schneefreien Zeit sehr wahrscheinlich ist, kann sich die Kostenfolge leicht verdoppeln.
Aufgrund der bereits eingewinterten Strecke, des anstehenden Wintereinbruchs und der fehlenden personellen und technischen Ressourcen ist an eine umgehende Schadenbehebung nicht zu denken.
Es ist belastend die leidigen Zerstörungen zwar zu kennen, viele Schadenorte jedoch mit grossem Baumaterial bis anfangs Frühling nicht erreichen zu können.
Die grosse Frage: Reicht es bis zur Saisoneröffnung am 23. Juni 2012?
Ob die gesamten Schäden bis zur geplanten Saisoneröffnung im nächsten Juni behoben werden können, ob dann die ganze Strecke befahrbar sein wird, ist zurzeit höchst fraglich. Als unverbesserliche Optimisten, die wir nun einmal sind, glauben wir zurzeit daran, behalten es aber sorgfältig im Auge, um Sie laufend informieren zu können.
Es bedarf auf jeden Fall gründlicher Planung, grosser Mittel, gewaltigen Einsatzes und sehr günstiger Umstände!
Die Spendenaktion der Stiftung Furka-Bergstrecke
Bereits wurde uns verschiedentlich Hilfe und Unterstützung bei der Behebung der Schäden zugesichert, materiell und personell.
Vielen Dank dafür, es ermutigt uns und wir brauchen sie tatsächlich!
Die SFB Stiftung Furka-Bergstrecke koordiniert die angelaufene Spendenhilfe und finanziert damit die Wiederherstellung der beschädigten Strecke so weit wie möglich.
In der Schweiz sind Spenden an die SFB steuerbefreit.
Die entsprechenden Konti lauten alle auf: „Stiftung Furka-Bergstrecke, 3999 Oberwald“. Versehen Sie Ihre Spende bitte mit dem Vermerk "Unwetter".
SFB Bankkonto: IBAN
CH90 0076 5000 H086 3207 7
SFB PostFinance: 60-293080-2
oder
SFB PayPal-Konto:
Auch mit Freiwilligenarbeit können Sie uns helfen
Falls Sie bei den anstehenden Reparaturaufgaben persönlich mitarbeiten wollen:
Melden Sie bitte unserem Personaldienst mit Webformular, mit E-Mail oder telefonisch (055 246 36 15), was Sie beitragen können und möchten.
Erste Reparaturen vor dem Wintereinbruch
Trotz schwieriger Umstände nahmen Freiwillige aus VFB-Sektionen und sogar unabhängigen Firmen innert Tagen bereits erste Reparaturarbeiten in Angriff, die sich darauf konzentrierten, Folgeschäden durch die kommenden Wintereinflüsse verhindern zu können.
Ein kurzer Fernsehbericht in SF Schweiz Aktuell vom 20. Okt. 2011 gibt einen Eindruck davon.
Links zu externen Berichten
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