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DFB Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG
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Der Rhonegletscher schwindet schon lange
Rhonegletscher 1856 (125kB) Rhonegletscher 1870 (594kB)

Entwicklung. Vor 13'500 Jahren reichte der gefrorene Wasserspeicher noch bis Brig. In den vergangenen 400 Jahren ist der Gletscher über drei Kilometer geschwunden.

77 Jahre vor der Aufnahme hier links, am 12. November 1779, äusserte sich Johann Wolfgang von Goethe anlässlich seiner Überquerung der bereits verschneiten Furka tief beeindruckt ob der Mächtigkeit dieses Eisstromes. Man sagt, der Gletscher habe damals dorthin gereicht, wo heute die kleine Kapelle neben dem Hotel-Parkplatz von Gletsch stehe. Verglichen mit dem Gletscherschwund der letzten 77 Jahre ist das zumindest möglich. Andere Quellen unterstützen aber abweichende Aussagen.

Sicher ist, dass der Eisstrom zwischendurch um das Jahr 1850 eine Phase des Wachstums erlebte und weit in den Talboden hineinreichte. Die Reisenden des vorletzten Jahrhunderts sahen also eine wahrlich andere Landschaft als die in neuer Zeit beobachtete.

Heute kann der Dampfbahnreisende die Gletscherzunge, vom untersten Abschnitt der Strecke Gletsch-Muttbach aus, hoch oben neben dem Hotel Belvédère, gerade noch erspähen.

Tourismus und Hotellerie. Damals, zur Zeit des aufblühenden Tourismus, waren die eindrücklichen Eismassen im Talboden von Gletsch die grosse Attraktion. Die aussergewöhnliche Szenerie zog Gäste aus der ganzen Welt an.

Schon um das Jahr 1830 baute Josef Anton Zeitner in Gletsch das im ersten Foto erkenntliche Hospiz mit 12 Betten. Es stand nur wenige Schritte von der damaligen Gletscherzunge entfernt. Dieser einfache Gasthof beherbergte Berühmtheiten aus dem europäischen Adel, aber auch Dichter, Maler und Gelehrte, die auf der Suche nach dem romantischen Alpenerlebnis waren. Bald war der Gasthof zu klein.

Er wurde ab den 1850er-Jahren durch die Hoteldynastie Seiler mehrmals umgebaut und erweitert bis zum Grand Hotel GLACIER DU RHONE im Stil der Belle Epoque, das in seiner Blütezeit bis zu 320 Gästen Unterkunft bieten konnte.

In einem interessanten Artikel aus der Zeitschrift DIE ALPEN erfahren Sie mehr über die vier Hotels am Rhonegletscher, die speziell wegen des Gletschertourismus gebaut wurden. (PDF-Datei / 2003 / 1.36 MB)

Verkehr. Immer bessere Strassen erschlossen den Grimsel- und den Furkapass, und insbesondere die Liebhaber von Pässefahrten nutzen die einmalige Lage von Gletsch gerne für eine kurze Rast oder gar eine nostalgische Übernachtung an einem besonderen Ort.

1914 erreichte die BFD Brig-Furka-Disentis-Bahn die damalige Endstation Gletsch. 1926, mit der Betriebsaufnahme auf der ganzen Strecke durch die Nachfolgegesellschaft FOB Furka-Oberalp-Bahn, wurde Gletsch erstmals zum Durchgangsbahnhof. Dies steht im Jahre 2010 zum zweiten Mal an, wenn die Dampfbahn ebenfalls die ganze Bergstrecke befahren wird.

Das Verschwinden als Chance für Neues. Auf seinem Rückzug hat der Gletscher laufend Neuland freigegeben -- das Gletschervorfeld. Diese am Anfang kahle Landschaft verändert sich rasch. Spezialisierte Pflanzen und zahlreiche Tiere nehmen vom anfänglich kargen Lebensraum Beschlag.

Entdecken Sie den Naturpfad Gletsch, eine nur etwa 30 Minuten dauernde, ausgeschilderte Wanderung über den inzwischen reich bewachsenen Talboden, die aufzeigt, wie der Gletscher seine Marken hinterliess und auch sonst in Vielem noch präsent ist.

 
 
31.07.2010 DFB AG  /  www.furka-bergstrecke.ch/ger/region/glacier/gletscherschwund.php