Vielleicht haben Sie soeben den Naturpfad Gletsch virtuell besucht.
Dort haben Sie auf Ihrem Spaziergang eine vielfältige
Landschaft erlebt, wo sich der Bach austoben und seine Umgebung frei gestalten
kann. Wie Sie selber gesehen haben, endet diese Freiheit des Rotten bereits
neben dem Hotel. Aber auch in den anderen Bereichen des Gletschervorfeldes sind
menschliche Eingriffe erkennbar. So ist die vorderste neuzeitliche
Endmoräne von 1600 dem Bau der Furkabahn-Strecke zum Opfer gefallen. Die
übermässige Beweidung durch das Vieh, eine intensive touristische
Nutzung sowie der Bau von Wegen und Strassen bedrohen die vielfältige und
zum Teil empfindliche Vegetation.
Das alles ist jedoch wenig im Vergleich zu
anderen Gletschervorfeldern, die viel stärker belastet sind: Die einen
wurden durch Stauseen überdeckt, bei anderen wurde den Bächen durch
Verbauungen oder Wasserfassungen alle Kraft genommen, bei weiteren ist das
Landschaftsbild durch touristische Anlagen empfindlich gestört, bei
manchen sind ganze Moränen durch schonungslosen Kiesabbau
verschwunden.
Vor so grossen Eingriffen
ist das Vorfeld des Rhonegletschers verschont geblieben. Der Wert des Gebietes
wurde von verschiedener Seite erkannt. Der Talboden von Gletsch ist ein Auengebiet von nationaler Bedeutung und ist seit 1992 im Bundesinventar
der Auengebiete von nationaler Bedeutung aufgeführt. Auch bei den
Aufnahmen zum gesamtschweizerischen Inventar der Gletschervorfelder und alpinen
Schwemmebenen (IGLES) als Ergänzung des Aueninventars wurde das ganze
Gletschervorfeld des Rhonegletschers 1998 von den Fachleuten als so wertvoll
eingestuft, dass es bei der Bewertung die höchste Kategorie
erreichte.
Bitte helfen auch Sie mit,
diese alpine Auenlandschaft zu erhalten. Bleiben Sie auf den Wegen; besonders
die Feuchtgebiete sind sehr empfindlich. Nehmen Sie tolle Erinnerungen, Fotos
und Ihren Abfall wieder mit; lassen Sie die Pflanzen aber stehen. Wenn Sie Ihre
Wanderung durch das Gletschervorfeld auf den hier beschriebenen Rundgang
beschränken, ermöglichen Sie der wertvollen Tier- und Pflanzenwelt,
sich im hinteren Teil des Talbodens ungestört zu entfalten.
Und -- geniessen Sie
Ihren Spaziergang auch bei einem nächsten Besuch! |
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Gut zu lesen
Wer ist die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz?
Mehr
über Gletschervorfelder und alpine Auenlandschaften sowie über
das
Projekt IGLES erfahren Sie in der folgenden
Broschüre:
Geo7; UNA: Bestand hat nur der Wandel --
Gletschervorfelder und alpine Schwemmebenen (herausgegeben vom Bundesamt
für Umwelt, Wald und Landschaft, BUWAL, Bern 1998).
Diese
Broschüre kann gratis bestellt werden bei:
EDMZ, 3000 Bern
(Bestellnummer: 310.715d).
Eine
ausführliche Dokumentation zum Rhonegletscher mit vielen historischen
Bildern finden Sie in:
Zumbühl, H.J.; Holzhauser, H.: Alpengletscher
in der Kleinen Eiszeit
(Sonderheft des Schweizer Alpen-Clubs,
1988).
Erhältlich bei: SAC-Verlag, Postfach 134, 7004 Chur
(Fr.25.--). |
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