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Sie stehen nun direkt neben der Rhone, im Oberwallis "Rotten" genannt.
Das Schmelzwasser des Rhonegletschers bahnt sich seinen Weg
in weit verzweigten Armen durch die Schotterfelder. Schnee- und Eisschmelze
sowie starke Niederschläge lassen den Rotten zu einem Wildbach
anschwellen, der an einem Ort alles mitreisst, was sich ihm in den Weg stellt,
um es an einem anderen Ort wieder abzulagern. Immer wieder sucht sich der Bach
einen anderen Weg durch den Talboden mindestens solange nicht Schutzdämme
diese ungestüme Kraft einschränken.
Anders als für uns
Menschen stellt diese gestalterische Urkraft des Wassers für zahlreiche
Pflanzen- und Tierarten keine Bedrohung, sondern eine Chance dar. Diese haben
ihre Lebensweise an den sich dauernd verändernden Standort angepasst und
können nur hier überleben. Ganz nahe an das Wasser wagt sich der
Schildblättrige Ampfer. Nur wenig weiter weg und bei Hochwasser bedroht
wächst beispielsweise das Fleischers Weidenröschen. Einen noch
grösseren Abstand wählt die Grünerle, ihr Standort wird nur bei
einem Spitzenhochwasser überschwemmt. Aus der nicht minder
vielfältigen Tierwelt entdecken Sie mit etwas Glück die nach Insekten
tauchende Wasseramsel oder die Bergstelze, welche am Ufer nach Nahrung sucht.
Den Winter verbringen diese Vögel an den Flüssen des
Mittellandes.
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